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Madama Butterfly. Foto: T+T Fotografie / Toni Suter + Tanja Dorendorf
Madama Butterfly. Foto: T+T Fotografie / Toni Suter + Tanja Dorendorf
Madama Butterfly. Foto: T+T Fotografie / Toni Suter + Tanja Dorendorf
Madama Butterfly. Foto: T+T Fotografie / Toni Suter + Tanja Dorendorf
Madama Butterfly. Foto: T+T Fotografie / Toni Suter + Tanja Dorendorf

Madama Butterfly

Tragedia giapponese in zwei Akten von Giacomo Puccini (1858-1924)
Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
nach Pierre Loti, John Luther Long und David Belasco

Musikalische Leitung Daniele Rustioni Inszenierung Ted Huffman Bühne Michael Levine Kostüme Annemarie Woods Lichtgestaltung Franck Evin Choreographische Mitarbeit Sonoko Kamimura-Ostern Choreinstudierung Ernst Raffelsberger Dramaturgie Fabio Dietsche
Benjamin Franklin Pinkerton
Fürst Yamadori / Der Standesbeamte
Onkel Bonze
Der kaiserliche Kommissar
Kate Pinkerton
Philharmonia Zürich
Chor der Oper Zürich
Statistenverein am Opernhaus Zürich

In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Spieldauer 2 Std. 40 Min. Pause nach dem 1. Teil nach ca. 50 Min. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Einführungsmatinee am 26 Nov 2017.

Partner Opernhaus Zürich      

Termine & Tickets

Dezember 2017

Do

14

Dez
19.30

Madama Butterfly

Oper von Giacomo Puccini, Preise E, Premieren-Abo B

So

17

Dez
14.00

Madama Butterfly

Oper von Giacomo Puccini, Preise E, Sonntag-Abo A

Mi

20

Dez
19.00

Madama Butterfly

Oper von Giacomo Puccini, Preise E, Mittwoch-Abo A

Sa

23

Dez
19.00

Madama Butterfly

Oper von Giacomo Puccini, Preise E, Misch-Abo C, Wahl-Abo

Di

26

Dez
14.00

Madama Butterfly

Oper von Giacomo Puccini, Preise E, Freier Verkauf

Fr

29

Dez
19.30

Madama Butterfly

Oper von Giacomo Puccini, Preise E, Donnerstag-Abo A

Januar 2018

Mo

01

Jan
19.00

Madama Butterfly

Oper von Giacomo Puccini, Preise H, AMAG-Volksvorstellung

Fr

05

Jan
19.00

Madama Butterfly

Oper von Giacomo Puccini, Preise E, Freitag-Abo A

So

07

Jan
20.00

Madama Butterfly

Oper von Giacomo Puccini, Preise E, Sonntag-Abo D, Verismo-Abo

Mi

10

Jan
19.00

Madama Butterfly

Oper von Giacomo Puccini, Preise E, Mittwoch-Abo B, Italienische Oper-Abo

Gut zu wissen

Kurzgefasst

Madama Butterfly

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Madama Butterfly

Fotogalerie

 

Fotogalerie «Madama Butterfly»


Gespräch


Abstraktion ist mir wichtig

Zum ersten Mal inszeniert der amerikanische Regisseur Ted Huffman am Opernhaus Zürich. Der Ausgangspunkt für seine Interpretation von Giacomo Puccinis Oper «Madama Butterfly» ist der leere Raum.

Ted Huffman, du inszenierst zum ersten Mal am Opernhaus Zürich. In den letzten Jahren hast du vermehrt an europäischen Bühnen gearbeitet, aber deine Wurzeln liegen in den USA. Wie bist du dort zum Theater gekommen?
Ich habe schon als Kinderdarsteller viel Zeit im Theater verbracht. In New York, wo ich aufgewachsen bin, lernte ich  die faszinierende Welt des Broadways kennen, zuerst als Zuschauer, dann auch in kleineren Rollen auf der Bühne.  Als Zwölfjähriger durfte ich in einem von Luciano Pavarotti organisierten Konzert den Hirten in Puccinis Tosca singen. Und er hat den Cavara ossi gesungen! – Bis dahin hatte ich keine  Ahnung, wer Pavarotti war, und von Puccinis Tosca kannte ich nur die fotokopierten Seiten meiner Singstimme. Aber dieses Erlebnis hat mich so stark beeindruckt, dass ich danach anfing, regelmässig Knabenrollen an der Metropolitan Opera zu singen.

Deine Inszenierungen lassen aber nicht durchblicken, dass du deine ersten Opernerfahrungen an der Met in New York gemacht hast. Mit dem pompösen Ausstattungstheater, das dort vor zwanzig Jahren gepflegt wurde, hat deine Ästhetik gar nichts gemein…
Neben den Erfahrungen auf der Opernbühne habe ich in New York auch eine ganz andere Art des szenischen Arbeitens kennengelernt. In der Freien Szene haben wir in kleineren Gruppen und mit beschränkten Mitteln sogenanntes «Devised theatre» gemacht, also im Kollektiv Stücke selbst erfunden und auf die Bühne gebracht. Diese beiden ganz unterschiedlichen Arten des Theaters haben mich damals geprägt. Auf den ersten Blick stehen sie völlig getrennt nebeneinander. Und dennoch glaube ich, dass die Arbeit, die ich  jetzt mache, gerade eine Kombination aus diesen beiden Bereichen ist.

Und wie gelingt es dir, grosse traditionelle Oper und die experimentellen Erfahrungen aus der  Freien Szene mit einander zu verbinden?
Ich finde, gutes Theater muss stark formalisiert, aber trotzdem organisch sein. In der Oper sind viele Parameter genau festgelegt. In unseren Kollektivtheater­Produktionen sind wir hingegen immer von Körperlichkeit und Bewegung ausgegangen. Diesen Aspekt versuche ich in meine Operninszenierungen einzubeziehen und arbeite deshalb auch gerne mit Choreografen zusammen. Die Sängerinnen und Sänger müssen in ihrer Körperlichkeit frei werden. Nur so kann das Formalisierte auch eine Geschichte erzählen.

Puccinis Madama Butterfly  ist für uns Europäer eine Geschichte über zwei konträre Welten, die japanische und die amerikanische. Als Amerikaner bist du Teil der einen Welt. Verändert das auch deine Sichtweise auf das Werk?
Ich möchte das Stück nicht aus der Sicht des Amerikaners erzählen. Mich interessiert, wie Butterfly die Geschichte erlebt. Aus diesem Grund versuche ich, die Erzählperspektive ein wenig zu verschieben. Madama Butterfly spielt zwar in Japan, aber im ersten Akt wird zunächst einmal erzählt, wie der Marineleutnant Pinkerton als Amerikaner in Japan ankommt. Und diese Geschichte ist eingebunden in den historischen Kontext des Imperialismus im 19. Jahrhundert. Ich gehe in dieser Inszenierung deshalb – wie übrigens oft in meinen Stücken – von einem leeren Raum aus, der dann zunehmend mit den Möbeln  und Objekten gefüllt wird, die Pinkerton aus seiner Heimat mitbringt. Die Kolonialisierung wird gewissermassen räumlich versinnbildlicht. Dadurch schauen wir mehr durch die Augen von Butterfly auf das Stück. Was sie wahrnimmt, ist  ja vor allem die Verfremdung der Welt, in der sie bis dahin aufgewachsen ist.

Pinkerton heiratet die junge Geisha Butterfly nur auf Zeit. Im zweiten Akt der Oper bleibt sie allein in einer Welt zurück, die sich der Amerikaner für die Dauer seines Aufenthalts ein-gerichtet hat…
Butterfly glaubt auch drei Jahre nach Pinkertons Abreise noch an die Beziehung zu ihm. Und deshalb eignet sie sich die Gewohnheiten des Westens bis hin zum Kleidungsstil stark an.  Man muss immer mitbedenken, dass Japan vor seiner Öffnung zum Westen hin, also bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ein vollkommen in sich geschlossenes gesellschaftliches System bildete. Als Commodore Perry in den 1850er­Jahren mit seiner  Flotte von «Schwarzen Schiffen» in Japan anlegte, wurde die politische Öffnung Japans erzwungen. Und der erste Akt von Puccinis Oper, in dem die japanischen Familienangehörigen auftreten, in dem es um japanische Rituale, Zeremonien und Fragen des Rechts geht, zeigt für mich, dass dieser bis dahin sehr geschlossenen, traditionellen  Kultur auch in der Oper etwas angetan wird und eine starke Veränderung stattfindet. Butterfly ist deshalb nicht nur Opfer eines untreuen Mannes, sondern auch der politischen Umstände der damaligen Zeit.

Du willst also auch die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der kulturellen Vermischung thematisieren?
Darum geht es im Text und vor allem auch in Puccinis Musik, die dauernd östliche und westliche Idiome miteinander in Verbindung bringt und dadurch etwas Neues entstehen lässt. Die Verschiebung des Blickwinkels in meiner Inszenierung, also die stärkere Thematisierung des amerikanischen Einflusses auf das Japanische, hat vielleicht zur Folge, dass dieser kulturelle Gegensatz unmittelbarer wahrgenommen werden kann als sonst. Puccini zeichnet in seiner Oper ja ein klischiertes Japan­Bild, das stark durch die Mode des europäischen Japonismus geprägt ist. In unserer Produktion versuchen wir, gerade was die Kostüme angeht, auf die Zeit des amerikanischen Imperialismus in Japan Ende des 19. Jahrhunderts einzugehen – allerdings in abstrahierter Form, das ist mir auf der Opernbühne immer sehr wichtig.

Du hast vorher vom leeren Raum gesprochen, von dem du szenisch oft ausgehst. Auch in den Proben weist du immer wieder darauf hin, dass der Raum für dich keine realistische  Situation bedeutet. Warum ist dir Abstraktion so wichtig?
Die Reduktion der Mittel und die Abstraktion in meinen Produktionen gehen auf meine früheren Erfahrungen als Darsteller zurück. Mich interessiert grundsätzlich immer der Bezug zwischen Körper und Raum. Das heisst aber nicht, dass das Bühnenbild für mich unwichtig ist. Ich möchte einfach viel Raum um die Darsteller haben. Das Bühnenbild soll das Wesentliche nicht erdrücken, und das sind die Figuren. Dazu kommt, dass Theater für mich stets mit Künstlichkeit zu tun hat. Das Reale ist immer vorgetäuscht. Ich will es also nicht abbilden, sondern nur angedeutet zeigen. Es ist mir wichtiger, das Publikum zum Miterleben anzuregen als ihm alles vorzuführen und zu verraten. Die Magie des Szenischen muss gewahrt bleiben.

Das bedeutet, dass die Darsteller im Zentrum stehen. Sie allein müssen den Raum durch ein intensives und detailliertes Spiel füllen. Beispielsweise hast du auf einer Probe eine Bewegung «wie von Bill Viola» gefordert, einem amerikanischen Videokünstler, der in seinen Kunstwerken sehr ausdrucksvolle, abstrahierte Bewegungsvorgänge zeigt. Lässt du dich oft von anderen Medien inspirieren?
Ja, für das organische Theater, das ich anfangs angesprochen habe, lasse ich mich vor allem vom Tanz inspirieren, aber eben auch von anderen abstrahierten Formen der Bewegung. Für Madama Butterfly habe ich zum Beispiel auch japanische Druckgrafiken studiert. Wir haben ja vom Bühnengeschehen nie nur einen narrativen sondern immer auch einen grafischen Eindruck. Deshalb denke ich neben dem Erzählen der Geschichte viel über Form, Geometrie und Haltung nach – wobei es mir, wie gesagt, nie um eine statische, sondern immer um eine bewegte Bildlichkeit geht.

Du hast gerade das Liebesduett zwischen Butterfly und Pinkerton am Ende des ersten Akts geprobt. Die Musik Puccinis spricht hier deutlich von der überwältigenden Macht der Liebe. Aber wie echt ist diese Liebe wirklich?
Ich verstehe dieses Duett schon als einen Moment der aufrichtigen Liebe. Pinkerton ist für mich nicht ein klassischer Opernbösewicht wie beispielsweise Scarpia in der Tosca. Natürlich haftet die ganze Thematik des Imperialismus, des Chauvinismus und des Sexualtourismus an dieser Figur. Aber das hängt eben auch mit dem System zusammen, in das er eingebunden ist. Ich glaube, dass Pinkerton dieser jungen Frau und ihrer ganzen Faszination trotz allem verfällt. In meiner Fantasie stelle ich mir vor, dass Pinkertons Familie in Amerika ihm niemals erlauben würde, eine solche Frau zu heiraten und nach Hause zu bringen. In diesem Sinn verstehe ich ihn eher als Feigling denn als Böse­wicht. Er ist vielleicht auch selber zu jung und begreift nicht, was er hier anrichtet.

Auch den amerikanischen Konsul Sharpless willst du wegrücken von den Rollenklischees, die dieser Figur hartnäckig anhaften…
Ich erfinde eigentlich nicht viel. Ich halte mich einfach gerne genau an das Textbuch der Oper. Was Sharpless angeht, hat sich seltsamerweise die Tradition durchgesetzt, dass er sich zu Beginn des ersten Akts genauso chauvinistisch verhält wie Pinkerton. Dabei steht im Text sehr deutlich, wie besorgt er über Pinkertons leichtfertig arrangierte Heirat und deren Folgen ist. In unserer Produktion ist er deshalb von Anfang an eine skeptische und ernsthafte Figur.

Wie siehst du die Figur der Butterfly? Ist sie eine typische Femme fragile, wie sie in Puccinis Opern immer beschrieben werden?
Ich verstehe sie als Frau mit einem äusserst starken Willen. Im Gegensatz zu Pinkerton, der feige ist und um diese Liebe nicht zu kämpfen scheint, geht sie ihren Weg ja mit grosser Konsequenz. Aber die Umstände machen sie krank.  Es ist interessant, wie fein und modern die Psychologie Butterflys in diesem Stück gezeichnet ist. In der Szene, in der sie und Suzuki aus Freude über die Rückkehr von Pinkertons Schiff alles mit Blumen schmücken, weint und lacht Butterfly gleichzeitig. Für mich sind  das Anzeichen einer Psychose. Diesen  Feinheiten des Stücks möchte ich mit meiner Inszenierung gerecht werden.

Das Gespräch führte Fabio Dietsche, Dramaturg am Opernhaus Zürich.
Dieser Artikel ist erschienen in MAG 54, November 2017
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Gespräch


Cio-Cio-San muss sterben

Nirgendwo sterben junge Frauen schöner als in den Opern von Giacomo Puccini. Warum ist das so? Ein Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen über die Faszination, die vom weiblichen Operntod ausgeht, aus Anlass unserer Neuproduktion von Puccinis Oper «Madama Butterfly».

Frau Bronfen, die Opern von Giacomo Puccini füllen seit gut einem Jahrhundert die Theater dieser Welt. Und immer wieder schauen wir, zu Tränen gerührt, dabei zu, wie eine Manon, Mimì oder Butterfly auf der Bühne stirbt. Was ist der Grund für diese seltsame Faszination?
Der Tod der Sopranistin im letzten Akt kann als Kern der Oper überhaupt verstanden werden. Ich will damit nicht sagen, dass nicht auch der Tod eines Tenors interessant sein kann, aber es ist auffallend, wie konsequent Opern auf den Tod der Sopranistin hinauslaufen. Die Todesszene gehört zu den stärksten Momenten eines Stücks, weil sich die Stimme hier ein letztes Mal in ihrer vollen Intensität entfaltet. Der Philosoph Walter Benjamin schreibt in einem anderen Kontext, dass der Erzähler seine Autorität vom Tod leiht. Analog würde ich sagen, dass die Sängerin sich die Autorität ihrer Darbietung vom Verklingen ihrer Stimme als Sterbende leiht. Der Tod, der ja auf der Opernbühne beliebig reproduziert werden kann, steht immer für ein Ende: der Musik, des Lebens, der Darbietung an sich. Und diese Vorstellung der Endlichkeit verleiht der Handlung, die davor stattfindet, erst ihre wahre Intensität. Das erklärt die grosse Bedeutung des Todes auf der Opernbühne.

Aber warum sind es so oft schöne Frauen, die auf der Opernbühne sterben?
Die Schönheit der Frau potenziert das Erlebnis des Operntodes: Wir erleben dann nicht nur das Verklingen der Stimme, sondern zugleich die Vergänglichkeit des Schönen. Dass es aber eine weibliche Schönheit ist, hat damit zu tun, dass das Weibliche kulturell seit Jahrtausenden mit dem Bereich des Todes, der Sterblichkeit und der Verwesung in Verbindung gebracht wird. Der Körper in all seiner Schönheit und Faszination, aber eben auch in seiner Zerbrechlichkeit und Versehrtheit ist in unserer Kultur mit dem Weiblichen konnotiert. Und das geht bis hin zu Ritualen, in denen das Unreine – das ja auch mit dem Tod zusammenhängt – durch die Opferung der Frau ins Reine gebracht wird. Um es auf eine Formel zu bringen, könnte man sagen: Der Tod der Frau bestätigt das Überleben des Mannes.

In Ihrem Buch Nur über ihre Leiche verweisen Sie auf Puccinis Butterfly und beschreiben, dass durch ihren Tod eine moralische Erneuerung stattfinden könne…
Es sind ja nicht irgendwelche Frauen, die auf der Opernbühne sterben, sondern immer die extrem gefährlichen, verführerischen und bedrohlichen. Jede Frau, die politische, psychologische oder sexuelle Macht hat, produziert Angst. Und deshalb hat die Opferung der Frau immer auch mit einer Stabilisierung der Ordnung und der Normalisierung der Moral zu tun.

Cio-Cio-San, genannt Butterfly, ist ein 15-jähriges Mädchen, das seinen Vater verloren hat, in Armut lebt und sich als Geisha durchschlagen muss. Wo liegt ihr bedrohliches Potenzial?
Im Fall von Butterfly wird das Weibliche durch das Exotische potenziert. Das vergrössert auf der Seite der Männer einerseits die Faszination, andererseits aber auch die Angst: Zur Frage, wie man mit dem Weiblichen umgeht, kommt die Frage, wie man mit dem Fremden umgeht – die Angst vor Überfremdung war auch schon in der Kolonialzeit ein grosses Thema! In der Handlung der Oper geht der amerikanische Offizier Pinkerton, der in Nagasaki stationiert ist, eine «andere» Art des erotischen Bündnisses mit der jungen Japanerin Butterfly ein, das laut der amerikanischen Moral im 19. Jahrhundert eigentlich nicht möglich ist. Butterfly muss deshalb in doppeltem Sinn geopfert werden: Pinkerton hat nicht die Möglichkeit, sie nach Amerika mitzunehmen. In Verbindung mit seiner eigentlichen amerikanischen Frau würde sie dort ihr bedrohliches Potenzial entfalten. Indem er Butterfly ihrem Schicksal überlässt, wird aber auch Pinkertons «andere» erotische Lust geopfert. Und über diese doppelte Opferung wird der «normale» amerikanische Alltag wiederhergestellt. Ich glaube, dass diese Möglichkeit, das Andere, Exotische auszuleben und es dann wieder auszulöschen, viel vom Reiz dieser Geschichte ausmacht. Denn dadurch wird ja auf der anderen Seite auch die Langweiligkeit des Alltäglichen und Normalen bestätigt.

Für Pinkerton bleibt diese Erfahrung also letztlich Episode, während sie für Butterfly über Leben und Tod entscheidet…
Butterfly wird in eine ausweglose Situation gedrängt – und damit in die Situation, in der wir sie auf der Opernbühne sehen wollen. Wir lieben es, wenn auf der Bühne jemand an seine Grenzen geht und sich verausgabt. Je intensiver und bedrohlicher diese Szene ist, desto grösser ist unser Genuss! Wir glauben, in der Sterbearie der Sopranistin den Tod einer Anderen mitzuerleben und denken dabei: Uns hat er diesmal noch nicht getroffen! Es ist ein Stellvertretergenuss. Und dieses Sterben der Sopranistin ist ja nichts Plötzliches: Die Opernheldinnen sind in ihrer extremen Künstlichkeit nicht mehr ganz lebendig, und das stark ästhetisch Formalisierte der Oper rückt uns an sich schon in die Nähe des Todes.

Künstlich wirkt die Oper auch, weil keine reale Konversation stattfindet, sondern zu den Klängen eines riesigen Orchesters gesungen wird. Puccinis Musik ist von grosser Wirkung, oft wird sie aber auch als sentimental kritisiert…
Sentimentalität finde ich deshalb sehr interessant, weil sie uns erlaubt, grosse Gefühle  ohne Konsequenzen auszuleben. Wir haben heute verständlicherweise Angst vor Pathos. Aber wenn man das Pathos auch als ironische Geste versteht – wenn man mitdenkt, dass man den Tod auf der Bühne rückgängig machen kann –, dann hat es eine besondere Qualität. Puccini hat seine Musik zu Beginn des 20. Jahrhunderts komponiert; da ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zum Kino – der Butterfly­Stoff wurde in kürzester Zeit mehrfach verfilmt – und das bringt seine Musik auch in die Nähe der Popkultur. Aber nicht nur die Musik ist eingängig: Auch Puccinis Figuren sind greifbarer als die Charaktere Verdis oder Wagners. Bei Puccinis Frauenfiguren  haben wir immer diese Mischung aus hochgradiger ästhetischer Formalisierung und einer Psychologisierung, die für ein breites Publikum nachvollziehbar ist. Und genau in diesem Punkt definiert sich ja die Popkultur.

Ist denn Puccinis Bild der Frau als zerbrechliches, fragiles Wesen der Zeit seines Schaffens, also dem beginnenden 20. Jahrhundert, angemessen?
Puccinis Frauenfiguren wirken auf mich viel stärker als Subjekt ihrer Handlungen als viele Opernfiguren des 19. Jahrhunderts. Mit der Epoche Puccinis geht die grosse Zeit des Bürgertums allmählich zu Ende und damit auch eine Zeit, die stark unter dem Zeichen der Frauenfrage stand. Parallel zum fortschreitenden Kapitalismus, zur Industrialisierung und zum Kolonialismus versuchte man im 19. Jahrhundert auch, das «Problem der Frauen» zu lösen. Allmählich entwickelte sich ein Frauenrecht, und man versuchte, die Frauen nicht mehr rein als Anhängsel des Mannes zu begreifen. Zunehmend bestanden die Frauen auf einer eigenen Position, einer eigenen Stimme und einer eigenen Sichtbarkeit. Und ich habe das Gefühl, dass man diesen Wandel in Puccinis Opern spüren kann. Noch ist nichts ausgereift, aber vieles weist darauf hin, dass sich etwas ändern muss – in der Madama Butterfly ist es vor allem die Funktionsweise des amerikanischen Imperialismus. Man spürt  in diesen Opern, dass der Erste Weltkrieg kommt und damit die Zerstörung der  Lebensformen des 19. Jahrhunderts, die ja schön und schrecklich zugleich waren.

In David Belascos Bühnenstück Madame Butterfly  aus dem Jahr 1900, das Puccini inspirierte, können sich die beiden Japanerinnen, Butterfly und ihre Bedienstete Suzuki, nur in einer entstellten Pidgin-Sprache mit den Amerikanern verständigen. Diese Form der Entwertung der Frau finden wir bei Puccini nicht mehr. Und dennoch nennt sich Butterfly nach der Hochzeit mit Pinkerton stolz und dezidiert Madama B(enjamin) F(ranklin) Pinkerton…
Man kann es auch so verstehen, dass hier mit aller Kraft und Energie die Logik der Frau als Anhängsel des Mannes ad absurdum geführt wird. Butterfly anerkennt ihren Platz in der gesellschaftlichen Ordnung und beharrt darauf. An der Bindung mit Pinkerton hängt für sie schliesslich auch die Hoffnung auf ein neues Leben in der für sie exotischen und scheinbar besseren amerikanischen Welt. Butterflys Bedienstete Suzuki ahnt die Unmöglichkeit dieses Unterfangens und versucht, das Tragische abzuwenden. Aber Butterfly kann nicht zurück. Ihr Weg in den Tod ist eine Apotheose – einerseits weil sie als Objekt ihrer Kultur und als Objekt der Männer ohnehin bereits «tot» ist, und andererseits auch, weil sie mit ihrem sterbenden Körper noch einmal Anklage erheben kann. In diesem Sinn verstehe ich Puccinis Opern schon als einen letzten grossen Kommentar auf das 19. Jahrhundert und gleichzeitig als Beginn von etwas Neuem. Und zwar einfach deshalb, weil er seinen Frauenfiguren – die zumindest ihren Tod selbst determinieren können – auf der Bühne und in seinen Geschichten so viel Platz einräumt. Tosca begeht durch die Tötung Scarpias sogar Tyrannenmord! Immerhin! – Wo sind unsere Toscas heute?

Und dennoch steht dieser künstlerischen Erhöhung der Frau in Puccini ein Mensch gegenüber, der privat einen erniedrigenden Umgang mit Frauen pflegte. Zur Zeit der Butterfly -Komposition hatte er ein Verhältnis mit einer Minderjährigen. Als er erfuhr, dass sie sich mit anderen Männern trifft, sich also als Frau Freiheiten gestattete, war er beleidigt, fürchtete um seinen Ruf und musste sie loswerden. Hat die Tragik von Butterflys Tod nicht auch damit zu tun, dass der Frau generell keine Freiheiten zugestanden werden?
Dass die Frau in ihrer Freiheit beschränkt wird, dass sie auf ein Liebesobjekt des  Mannes reduziert wird, dass ihr keine eigene Position gewährt wird, also dass sie eine eigenständige Handlungsermächtigung nur in dem Moment bekommen kann, in dem sie das Messer nimmt und sich umbringt: das ist, glaube ich, die Tragik. Deswegen meine ich, dass das Stück eine Kritik an den herrschenden Verhältnissen ist: Gerade durch die Erhöhung der Frau wird auch ihre Hoffnungslosigkeit angeprangert. Butterflys Selbstmord ist ja eine ironische, höchst widersprüchliche Form der Selbstbestimmung. Dass man als Frau zu einer so grossen Geste  greifen  muss, um sich selbstbestimmen zu können, macht auch deutlich, welch  unzähligen Kränkungen die Frau im täglichen Leben ausgesetzt ist.

In dieser Komplexität hat Puccini seinen Opernstoff wohl kaum begriffen…
Das Werk versteht manchmal mehr als der Künstler. Obwohl Puccini noch in das patriarchalische Denken des 19. Jahrhunderts eingebunden ist, drückt sich in  seinem Werk aus, dass an den herrschenden Verhältnissen etwas nicht mehr stimmt. Interessanterweise ist es am Ende Butterfly, die als einzige aus den überkommenen Normen ihrer eigenen Kultur, aber auch des amerikanischen Imperialismus ausbrechen kann – allerdings nur durch Selbsttötung.

Ist Butterflys Suizid also ein positiver Vorgang?
Butterfly erkennt, dass der Tod die einzige Wahl ist, die sie hat. Sie weiss, dass jede andere Entscheidung – wieder zu ihrem alten Leben zurückzukehren und als Geisha zu arbeiten – auch eine Todeswahl wäre. Sie entscheidet sich also für die einzig mögliche Wahl, obwohl sie offenkundig keine andere hat. Und gerade in dieser Affirmation sehen die Philosophen um Jacques Lacan die Definition des Subjekts. Der Suizid der Butterfly ist also ein Zeichen ihrer Freiheit. Gleichzeitig zeigt sich daran, wie unglaublich beschränkt die Freiheitsmöglichkeiten dieser Frau sind.


Das Gespräch führte Fabio Dietsche, Dramaturg am Opernhaus Zürich.
Elisabeth Bronfen ist Professorin für Anglistik in Zürich. Ihr Buch «Nur über ihre Leiche» aus dem Jahr 1992 ist den Themen Tod, Weiblichkeit und Ästhetik gewidmet.

Dieser Artikel ist erschienen in MAG 54, November 2017
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Essay


Ich bin im hochromantischen Repertoire zu Hause

Svetlana Aksenova singt die anspruchsvolle Partie der Cio-Cio-San in Puccinis «Madama Butterfly» überall auf der Welt. Jetzt ist sie erstmals am Opernhaus Zürich zu erleben.

In Puccinis Partitur ist Aron nicht vorgesehen. Nicht mal als stumme Rolle. Dennoch  agiert  er auf der Bühne mit grossem Einsatz. Wedelt mit dem Schwanz. Lässt sich den Bauch kraulen. Fährt mit seiner rosa Zunge über Cio-Cio-Sans Wange, chargiert geradezu…
Aron  ist  ein  schwarzer  Labradorrüde. Sozusagen das Mitbringsel des amerikanischen  Marineoffiziers  Benjamin Franklin Pinkerton, der ihn nach seiner Rückkehr in die Staaten in Nagasaki, im Haus seiner «Ehefrau auf Zeit», zurückgelassen hat. Und jetzt, da ihn Svetlana Aksenova liebevoll streichelt, geniesst er die Zuwendung nach echter Hundeart. Den  sehnlichst erwarteten abtrünnigen Gatten aber kann er natürlich nicht ersetzen. Doch dann führt ihn Judith Schmid in der Rolle der Suzuki von der Bühne; Svetlana-Cio-Cio-San wischt sich mit dem weiten Kimonoärmel übers Gesicht.
Dennoch, Svetlana Aksenova mag Hunde. Als Kind hatte sie sich einen russischen Laika gewünscht; mittlerweile ist sie eher den Katzen zugetan. Die allzu feuchte  und  olfaktorische  Gunstbezeugung des Bühnenkollegen Aron ist ihr mitunter etwas zu heftig. Aber immerhin eine bislang nie gekannte Erfahrung als Butterfly!  Dies obwohl sie diese Rolle schon an die sechzig Mal in zehn verschiedenen Produktion zwischen Mitteleuropa, Skandinavien und Mexiko an vielen Häusern verkörpert hat; jetzt in Zürich zum fünften Mal in einer Neuinszenierung.

Die gleiche Bühnenfigur in unterschiedlichen Inszenierungen – wie geht Svetlana Aksenova damit um? Ungeachtet der jeweiligen Regieansätze stehe für sie Puccinis Musik im Zentrum. Diese zu erfassen und auszuloten, lasse sie von Mal zu Mal tiefer in die Psyche dieser Frau eindringen und neue Facetten in deren Charakter entdecken.
An der Arbeit des Regisseurs Ted Huffman, der sich erstmals mit dem Werk befasst, schätzt sie die subtile, geradezu filigrane Gestik, die er der Protagonistin nahelegt und ihr so eine Intensität und Ernsthaftigkeit  verleiht,  fern  von  jeglichem puppenhaften Exotismus. Und sie intoniert eine Stelle aus dem Liebesduett am Schluss des ersten Akts: «Noi siamo gente avvezza alle piccole cose, umili e silenziose» (Wir sind von jeher gewöhnt an die kleinen Dinge, still und voller Demut). Aus dieser Optik soll das Wesen der Cio-Cio-San entwickelt werden.  Ihrem Temperament und ihrer «russischen Seele», die grosse, melodramatische Gesten gewohnt sei, falle das jedoch nicht ganz leicht. So hat man eigens dafür mit Sonoko Kamimura-Ostern eine japanische Tänzerin und Choreografin engagiert, die das einschlägige Repertoire der kleinen delikaten Gebärden und Bewegungen bestens kennt und vermitteln kann. «Mir macht es enorme Freude, die Butterfly auf diese Weise ganz neu zu erfahren», sagt Svetlana Aksenova.

Das führt unmittelbar zur nächsten Frage: Wie kann sich eine moderne junge Frau in Jeans und genieteten Stiefeln mit dieser Bescheidenheit, ja, Unterwürfigkeit der fragilen  Japanerin  identifizieren? Zum Beispiel mit der Phrase «E sia! A lui devo obbedir!» (Ihm muss ich gehorchen), selbst als man ihr das Kind wegnimmt. Da muss Svetlana Aksenova tief durchatmen und sagt dann langsam: «Wir Russen sind halbe Asiaten. Das Gefälle zwischen Mann und Frau ist bei uns noch ziemlich intakt, zumindest ist es nicht ungewöhnlich. Wir mögen es so.» Und fügt vielsagend hinzu: «Auch wenn es sich langsam auflöst». Kurz: Cio-Cio-San habe in dieser Situation gar keine Wahl. Für die Künstlerin als moderne Frau und Mutter zweier Kinder liege der Akzent dieses aus heutiger Sicht heiklen Satzes  auf  dem Wort ‹muss›. Denn: «Cio-Cio-Sans Zukunft ist zerstört. Sie ist geächtet, gefallen, ausgestossen. Umso mehr möchte sie ihrem Sohn eine Zukunftsperspektive bieten, die sich nur ergibt, wenn ihn der Vater zu sich nimmt. Das Beste für sein Kind zu wollen, ist auch aus heutiger Sicht nachvollziehbar, nicht wahr?»

Zwischen Hoffnung und Ausweglosigkeit
Auch stimmlich stellt die Partie der Butterfly beachtliche Anforderungen. Nur schon was die Länge anbetrifft, zumal sie fast andauernd auf der Bühne steht. «Als ich die erste Anfrage für Butterfly erhielt, freute ich mich natürlich sehr. Als ich aber den Klavierauszug zu studieren begann und feststellte, wie umfangreich die Partie ist, wurde mir ziemlich mulmig», erinnert sich die Sängerin. «Eine erholsame Pause gibt es kaum, da viele Regisseure die durchgehende Präsenz der Butterfly auch im zweiten Teil des zweiten Akts fordern.»  Und  lachend fügt sie hinzu, auch die Theaterpause, wo sich die Leute beim Cüpli erholen, sei hinter der Bühne meistens mit Kostümwechsel und Maske besetzt  –  «das  ist  wohl  den  wenigsten Opern besuchern bewusst!»
Zur Präsenz auf der Bühne kommt der Wandel im  Stimmcharakter, der in den beiden Aufzügen ganz unterschiedliche Farben, Emotionen und Ausdrucksmittel erfordert, betont  Svetlana  Aksenova. Aus dem 15-jährigen Mädchen wird im  zweiten Akt, drei Jahre später, eine junge Frau und Mutter, die sich verzweifelt und vielleicht sogar wider besseres Wissen an die Hoffnung auf die Rückkehr des geliebten Mannes klammert. Im letzten Teil der Oper erfährt sie die brutale Wahrheit und zerbricht. Das erfordere gewissermassen drei verschiedene Stimmen: leicht, lyrisch, dramatisch – von der vertrauensvollen Naivität über  die  zwischen Hoffnung und Traurigkeit oszillierenden Reife bis hin zur von Selbstaufgabe und Ausweglosigkeit geprägten Tragik.

Nun ist die junge Geisha nicht die einzige Frauengestalt der Opernliteratur, vorab des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die von Schicksal – sprich von testosterongesteuerten, egomanen, paternalistischen Männern – gebeutelt wird. Svetlana  Aksenova  hat  schon  mehrere dieser verratenen, entsagenden Geschöpfe auf der Opernbühne dargestellt: Desdemona (Otello), Mimì, (La bohème), Lisa (Pique Dame), Tatjana (Eugen Onegin), Blanche (Dialogues des Carmélites), Fevronija (Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch), Marguerite (Faust), Rusalka, Suor Angelica und, vielleicht als am wenigsten  Passive unter diesen Leidenden, Floria Tosca, die immerhin  ihren Widersacher umbringt.
Dazu  Svetlana  Aksenova:  «Da  ich nun mal im hochromantischen Repertoire zuhause bin, sind diese tragischen Frauenschicksale unumgänglich. Und ich muss zugeben, es fällt mir  mitunter schwer, mich nach der Aufführung wieder von ihren Schicksalen zu lösen, sie verfolgen mich oft noch tagelang.»
Allerdings, gesteht sie weiter, würde sie  gerne  auch  mal  «etwas  Verrücktes» singen. Zum Beispiel die Lady Macbeth von Mzensk. Aber erst in zehn Jahren! Gefallen würde ihr auch die schlaue Mrs.Ford in Verdis Falstaff. Oder die Salomé in Massenets Hérodiade. Sogar  barocke oder zeitgenössische Partien würden sie reizen. Und sie bedauert, dass Intendanten  und  Operndirektoren  den  Sängern nur zu gern ein Etikett verpassen. Sich von diesen einmal etablierten Rollenbildern zu befreien, sei mitunter echt schwierig. Aus diesem Grund wird sie die Rolle der Cio-Cio-San nach Zürich für eine Weile beiseitelegen und gleichzeitig darauf vertrauen, dass andere Anfragen kommen, wenn die Zeit dafür reif ist. Man müsse  warten können, meint sie lakonisch.

Locker auf die Bühne dank Salsa und Samba
Als nächstes steht beispielsweise die Tatjana  im  Onegin  in  Vancouver  in  der Agenda. Doch grundsätzlich möchte sie in den kommenden Jahren lieber in Europa  auftreten.  Der  Grund ist naheliegend: Svetlana Aksenova wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Basel. Neben Skype und Fotos ihrer Familie begleitet sie auch eine kleine Ikone in die Künstlergarderoben. Zur Kontemplation und Sammlung gehört aber auch die Bewegung zum Ritual vor dem Auftritt: «Samba und Salsa helfen, um locker und mutig auf die Bühne zu gehen.» Basel war übrigens eine wichtige Station in ihrer Laufbahn. Hier hat sie ihr Studium abgeschlossen, hier war sie während einiger Jahre (unter ihrem Mädchennamen Svetlana Ignatovich) Ensemblemitglied und konnte sich einige der Rollen, für die sie nun weltweit gefragt ist, erarbeiten.
Doch wie ist sie überhaupt Sängerin geworden? Svetlana Aksenova stammt nicht aus einer ausgesprochen künstlerischen Familie, obwohl zuhause gern und oft gesungen wurde; auch ihr Bruder, ein Tenor, ist klassischer Sänger geworden. Die Mitwirkung im Kirchenchor und eine fast spirituelle Erleuchtung in einer emotional schwierigen Zeit weckten in ihr den Wunsch, Sängerin zu werden, den sie beharrlich verfolgte und sich am St. Petersburger Konservatorium einschrieb – mit Recht davon überzeugt, dass «un bel dì» – eines Tages…


Text von Bruno Rauch
Dieser Artikel ist erschienen in MAG 54, November 2017
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Meine Rolle


Er bricht ihr das Herz

Saimir Pirgu, ist einer der gefragtesten lyrischen Tenöre der Gegenwart, spricht über die Rolle des Pinkerton in «Madama Butterfly»

Für Pinkerton empfinde ich eine Art Hassliebe. In den letzten Jahren ist mir diese Rolle oft angeboten worden, und ich habe immer abgelehnt. Warum? Weil es zwar einer seits eine tolle Partie ist, die gut zu meiner Stimme passt – andererseits aber eine furchtbar unsympathische Figur! Eigentlich kaum verwunderlich, dass die Uraufführung 1904 an der Mailänder Scala so ein Skandal war – das hatte sicher auch etwas damit zu tun, dass Pinkerton in der ersten Fassung noch viel unsympathischer war als in der überarbeiteten Fassung, die heute fast immer gespielt wird.

Als Tenor bin ich es gewohnt, derjenige zu sein, der die grosse, tragische Liebe seines Lebens erlebt, wie zum Beispiel Rodolfo in La bohème oder Alfredo in La traviata, und schrecklich leidet darunter – und natürlich mit dem Mitgefühl des Publikums rechnen kann. Selbst der Herzog in Rigoletto, der ja auch ziemlich grausam sein kann und ohne Rücksicht auf Verluste schon viele Frauen verführt hat, ist immer noch deutlich sympathischer als Pinkerton!

Warum ich jetzt doch eingewilligt habe, hier in Zürich meinen ersten Pinkerton zu singen? Nun, zum einen bin ich sehr gern in Zürich, hier habe ich zwei Neuproduktionen gemacht, Idomeneo und Rigoletto, und viele Wiederaufnahmen wie La traviata, Gianni Schicchi, Don Giovanni und andere, und ich fühle mich sehr wohl hier. Zum anderen habe ich die Rolle sehr genau studiert, und ich habe den Eindruck, dass Pinkerton vor allem ein junger, gedankenloser, unerfahrener Mann ist, der als Marineoffizier nach Japan kommt und zunächst einmal das tut, was offenbar viele Männer dort tun: Er heiratet zum Schein eine 15­-Jährige. Heute erscheint es uns natürlich unverzeihlich, eine Minderjährige zu heiraten; vor hundert Jahren war das offenbar normal. Zwar singt er einen Toast auf die richtige, amerikanische Ehefrau, die er später haben wird; doch dann verliebt er sich tatsächlich in die Schönheit und Jugend dieser blutjungen Japanerin Cio-­Cio-­San. Puccinis Musik im Duett – die übrigens für mich die schönste der ganzen Oper ist! – erzählt uns das ganz deutlich: Pinkerton ist emotional wirklich involviert, die Beziehung zu Cio-Cio-San wird viel mehr für ihn als ein schnelles Abenteuer. Dass er dann zurückgeht nach Amerika und sie vergisst, das ist zwar traurig, aber nachvollziehbar für mich; er ist, wie gesagt, sehr jung, hat berufliche Verpflichtungen, und in Amerika beginnt ein anderes Leben für ihn.

Was ich aber nach wie vor völlig inakzeptabel und für mich als Darsteller wirklich schwierig finde, ist, dass Pinkerton später dann nach Japan zurückkehrt, um das Kind, das Cio­-Cio-San von ihm bekommen hat, nach Amerika zu holen – und zwar nicht etwa allein, sondern zusammen mit seiner amerikanischen Ehefrau! Wenn ich könnte, würde ich gern mit Puccini über diese Szene diskutieren und ihn darum bitten, Pinkerton wenigstens ohne seine amerikanische Frau nach Japan kommen zu lassen. Denn das ist wirklich unglaublich grausam und bricht Cio-­Cio­-San vollends das Herz. Danach bleibt ihr nur der Selbstmord. Sicher, der tragische Ausgang der Oper wird durch Pinkertons Verhalten motiviert. Aber ich finde es trotzdem absolut inakzeptabel!

Hoffentlich schaffen wir es in unserer Inszenierung, Pinkerton ein bisschen weniger grausam zu zeigen. Ich würde es mir sehr wünschen.


Dieser Artikel ist erschienen in MAG 54, November 2017
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Programmbuch

Madama Butterfly

Synopsis

Madama Butterfly

Synopsis

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Biografien


Daniele Rustioni, Musikalische Leitung

Daniele Rustioni

Daniele Rustioni ist seit der Saison 2017/18 Chefdirigent an der Opéra National de Lyon und seit 2014 Chefdirigent des Orchestra della Toscana. Er studierte in Mailand Orgel, Komposition und Klavier sowie Dirigieren bei Gilberto Serembe und setzte sein Studium in Siena und London fort. Daniele Rustioni ist regelmässig an den international bekanntesten Opernhäusern zu Gast, darunter die Bayerische Staatsoper München, das Teatro alla Scala, das Teatro Regio Torino, das Teatro La Fenice, das Royal Opera House London und die Opéra Bastille. 2017 debütierte er an der Metropolitan Opera in New York. Als Chefdirigent in Lyon dirigiert er 2017/18 Brittens War Requiem sowie Verdis Macbeth, Don Carlos und Attila. Zu seinen weiteren Engagements in dieser Spielzeit zählen La bohème am Bolschoi-Theater Moskau, Don Giovanni am Teatro Regio Torino und Der Freischütz an der Oper Stuttgart. Daniele Rustioni ist auch weltweit als Dirigent des sinfonischen Repertoires gefragt. Internationale Engagements führen ihn in der Spielzeit 2017/18 zum Armenian National Symphony Orchestra nach Yerevan, zum Bayerischen Staatsorchester nach München, zum RTE Symphony Orchestra nach Dublin und zum BBC Symphony Orchestra nach London. Seit seinem Debüt mit Madama Butterfly an der Nikkikai Opera 2014 gastiert Daniele Rustioni regelmässig in Japan. Zu seinen Einspielungen zählen u.a. Bellinis erste Oper Adelson e Salvini, Wolf-Ferraris Violinkonzert mit Francesca Dego und dem City of Birmingham Orchestra und sinfonisches italienisches Repertoire des 20. Jahrhunderts. 2013 wurde Rustioni mit dem International Opera Award for Best Newcomer of the Year ausgezeichnet.

Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018


Ted Huffman, Inszenierung

Ted Huffman

Ted Huffman wurde in New York geboren. Er hat sich vor allem mit Inszenierungen zeitgenössischer Opern international einen Namen gemacht. Die Uraufführung von Philip Venables 4.48 Psychosis nach Sarah Kane am Royal Opera House Covent Garden in London wurde für einen Laurence Olivier Award, den Southbank Award sowie den RPS Music Award nominiert und mit dem UK Theatre Award ausgezeichnet. Weitere Produktionen waren die Uraufführungen von Luke Styles’ Macbeth beim Glyndebourne Festival und am Covent Garden, Arthur Lavandiers Le premier meurtre an der Opéra de Lille sowie die Europäische Erstaufführung von Ana Sokolovics Svádba beim Festival d’Aix-en-Provence, an der Opéra Angers-Nantes, beim Festival Ljubljana und am Grand Théâtre in Luxembourg. Seine Inszenierung von Peter Maxwell-Davies’ The Lighthouse für die English Touring Opera wurde für den RPS Music Prize for Opera nominiert und gewann den WhatsOnStage Award for Opera. Seine Inszenierung von Henzes El Cimarron beim Greenwich Music Festival wurde von der «Opernwelt» als Inszenierung des Jahres nominiert. Weitere Arbeiten sind u.a. am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, am Théâtre des Champs-Élysées in Paris, an der Wiener Kammeroper und beim Aldeburgh Festival entstanden. Ted Huffman studierte an der Yale University und war Mitglied des Merola Opera Program der San Francisco Opera. In der Spielzeit 2017/18 inszenierte er Händels Rinaldo im Bockenheimer Depot der Oper Frankfurt. Im Rahmen des Opera Forward Festivals an der Amsterdamer Oper wird er 2018 ausserdem Bernsteins Trouble in Tahiti /  MacMillans Clemency inszenieren.

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Michael Levine, Bühne

Michael Levine

Michael Levine stammt aus Kanada. Er studierte an der Central School of Art and Design in London und ist seit 35 Jahren international als Bühnen- und Kostümbildner tätig. Zu seinen neusten Arbeiten zählen u.a. Wings am Londoner Young Vic Theatre (Regie: Natalie Abrahami), The Rakes Progress beim Festival d’Aix-en-Provence (Regie: Simon McBurney), Billy Budd in Madrid (Regie: Deborah Warner), Le Petit Prince mit dem National Ballet of Canada (Choreografie: Guillaume Cote), Benjamin Dèrniere Nuit an der Opéra de Lyon (Regie: John Fulljames), Hänsel und Gretel an der Oper Amsterdam, The Encounter und A Disappearing Number für die Complicité, Between Worlds an der English National Opera, Madama Butterfly an der ENO und der Met New York (Regie: Anthony Minghella), Die Zauberflöte (Regie: Simon McBurney) an der Nederlandse Opera, der ENO und beim Festival d’Aix-en-Provence, Die Zauberflöte (Regie: Robert Carsen) in Baden-Baden und Paris, The Rape of Lucretia am Glyndebourne Festival, Parsifal in Lyon, an der Met und der Canadian Opera Company, Don Giovanni und Les Contes d’Hoffmann an der Scala Milano, Rigoletto für die COC, Tannhäuser am Royal Opera House London, A Dog’s Heart an der Oper Amsterdam, der Scala und in Lyon, The Showgirl Must go on für Bette Midler in Las Vegas, Der fliegende Holländer am ROH, Der Ring für die COC und Capriccio in Paris. Zu Michael Levines nächsten Projekten zählt Die tote Stadt an der Komischen Oper Berlin. Am Opernhaus Zürich arbeitete er zuletzt mit Andreas Homoki für Wozzeck und Robert Carsen für Pique Dame. 1981 wurde Michael Levine zum Chevalier des Arts et Lettres ernannt.

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Annemarie Woods, Kostüme

Annemarie Woods

Annemarie Woods gewann gemeinsam mit dem Regisseur Sam Brown den Ring Award in Graz sowie den European Opera Prize. 2015 wurde ihre Ausstattung von La favorite in Graz für den Österreichischen Musiktheaterpreis nominiert, 2016 folgte eine Nomination bei den International Opera Awards. In gemeinsamen Produktionen mit dem Regisseur Sam Brown stattete sie u.a. I Capuleti e i Montecchi am Teatro Sociale di Como, Der Zigeunerbaron am Stadttheater Klagenfurt, Sigurd der Drachentöter an der Bayerischen Staatsoper in München, Il trionfo del tempo e del disinganno am Badischen Staatstheater Karlsruhe, die Uraufführung von Gerald Barrys Oper The Importance of Being Earnest an der Opéra National de Lorraine in Nancy sowie La cenerentola am Luzerner Theater aus. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet sie ausserdem mit dem Regisseur Oliver Mears, dessen Inszenierungen von Macbeth, Salome, L’elisir d’amore und Don Giovanni sie ebenfalls ausstattete. Weitere Arbeiten waren Candide in Nancy, Agrippina in Limerick, My fair lady in Karlsruhe und L’Heure espagnole/Gianni Schicchi (Regie: Bruno Ravella) an der Opéra National de Lorraine. In der Spielzeit 2017/18 arbeitete sie an der Oper Frankfurt mit Ted Huffman für das Bühnenbild von Händels Rinaldo zusammen und stattete Radamisto an der Northern Ireland Opera aus (Regie: Wayne Jordan). Zu ihren nächsten Projekten zählt Tschaikowskis Eugen Onegin an der Scottish Opera.

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Franck Evin, Lichtgestaltung

Franck Evin

Franck Evin, geboren in Nantes, ging mit 19 Jahren nach Paris, um Klavier zu studieren. Nachts begleitete er Sänger im Café Théâtre Le Connetable und begann sich auch für Beleuchtung zu interessieren. Schliesslich entschied er sich für die Kombination aus Musik und Technik. Dank eines Stipendiums des französischen Kulturministeriums wurde er 1983 Assistent des Beleuchtungschefs an der Opéra de Lyon. Hier arbeitete er u.a. mit Ken Russel und Robert Wilson zusammen. Am Düsseldorfer Schauspielhaus begann er 1986 als selbstständiger Lichtdesigner zu arbeiten und legte 1993 die Beleuchtungsmeisterprüfung ab. Besonders eng war in dieser Zeit die Zusammenarbeit mit Werner Schröter und mit dem Dirigenten Eberhard Kloke. Es folgten Produktionen u.a. in Nantes, Strassburg, Paris, Lyon, Wien, Bonn, Brüssel und Los Angeles. Von 1995 bis 2012 war er Künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung der Komischen Oper Berlin und dort verantwortlich für alle Neuproduktionen. Hier wurden besonders Andreas Homoki, Barrie Kosky, Calixto Bieto und Hans Neuenfels wichtige Partner für ihn. Im März 2006 wurde Franck Evin mit dem «OPUS» in der Kategorie Lichtdesign ausgezeichnet. Seit Sommer 2012 arbeitet er als künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung an der Oper Zürich. Franck Evin wirkt neben seiner Tätigkeit in Zürich weiterhin als Gast in internationalen Produktionen mit, etwa an den Opernhäusern von Oslo, Stockholm, Tokio, Amsterdam, München, Graz sowie der Opéra Bastille, der Mailänder Scala, dem Teatro La Fenice, der Vlaamse Opera und bei den Bayreuther Festspielen.

Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017 LuneaVorstellung am 04, 08, 13, 15, 18, 23, 25 Mär 2018 FidelioVorstellung am 26, 30 Nov; 03, 08, 13 Dez 2017 Ronja RäubertochterVorstellung am 18, 26, 30 Nov; 03, 08, 09, 12, 31 Dez 2017; 02, 14 Jan; 22, 25 Apr 2018 Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018 La fanciulla del WestVorstellung am 21, 26, 30 Dez 2017; 07, 12 Jan 2018 IdomeneoVorstellung am 04, 07, 10, 13, 16, 18, 23, 27 Feb; 02 Mär 2018 La forza del destinoVorstellung am 27, 30 Mai; 02, 07, 10, 13, 17, 20, 28 Jun 2018 Das Land des LächelnsVorstellung am 10, 16, 19, 22, 26, 29 Jun 2018 L'incoronazione di PoppeaVorstellung am 24, 27, 30 Jun; 03, 05, 08, 12 Jul 2018 La traviataVorstellung am 06, 08, 11, 13, 15 Jul 2018 Der fliegende HolländerVorstellung am 18, 21, 24, 28, 31 Mär 2018


Sonoko Kamimura-Ostern, Choreographische Mitarbeit

Sonoko Kamimura-Ostern

Sonoko Kamimura-Ostern stammt aus Gifu, Japan. Ihre klassische Tanzausbildung begann sie am Reiko Matsuoka Ballet Studio. Eine Produktion des Choreographen Toru Shimazaki führte sie 2007 in die Niederlande, wo sie an der Codarts Hochschule in Rotterdam Zeitgenössischen Tanz studierte. 2011-2013 war sie Mitglied im Scapino Ballet Rotterdam. Nach verschiedenen Projekten in Amsterdam und Tokio tanzte sie 2015 in Kammer-Kammer als Gast in der Forsythe Company, Frankfurt. Seither ist Sonoko Kamimura-Ostern freiberuflich als Tänzerin, Lehrerin und Choreografin tätig.

Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018


Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung

Ernst Raffelsberger

Ernst Raffelsberger, Chorleitung, stammt aus Gmunden, Oberösterreich. Er studierte Musikpädagogik und Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien (Chorleitung bei Prof. Erwin Ortner) und anschliessend Chordirigieren am Salzburger Mozarteum bei Prof. Walter Hagen-Groll. Von 1983 bis 1986 war er Kapellmeister der Wiener Sängerknaben. In dieser Zeit leitete er das Ensemble in Wien und auf Tourneen durch Europa, Südafrika, Kanada und die USA. Ab 1986 war Ernst Raffelsberger Chordirektor und Kapellmeister am Landestheater Salzburg (Mitwirkung bei der Salzburger Mozartwoche und den Salzburger Festspielen). 1989 wurde er von Donald Runnicles als Chordirektor und Kapellmeister an das Theater in Freiburg/Breisgau berufen. Seit Herbst 1993 ist Ernst Raffelsberger am Opernhaus Zürich als Chordirektor engagiert. Hier hat er inzwischen über 100 Premieren betreut und mit vielen nam­haften Dirigenten wie Riccardo Chailly, Christoph von Dohnányi, Vladimir Fedoseyev, Sir John Eliot Gardiner, Daniele Gatti, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta und Franz Welser-Möst zusammengearbeitet. Gastspiele mit dem Opernhaus Zürich führten ihn nach Wien, London, Paris und Tokio. Zahlreiche CD- und DVD-Aufnahmen dokumentieren diese Arbeit. Im Sommer 2012 begann zusätzlich seine Tätigkeit als Chordirek­tor der Salzburger Festspiele. Er ist dort für die Produktionen der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor verantwortlich. In seiner ersten Festspielsaison kam es u.a. zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Riccardo Muti und Sir Simon Rattle.

Nussknacker und MausekönigVorstellung am 14, 20, 29 Okt; 03, 10, 11 Nov; 09, 12, 15, 17 Dez 2017; 02, 03, 28 Feb; 01, 16, 17 Mär; 13, 15 Apr 2018 Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018 La fanciulla del WestVorstellung am 21, 26, 30 Dez 2017; 07, 12 Jan 2018 FidelioVorstellung am 26, 30 Nov; 03, 08, 13 Dez 2017 IdomeneoVorstellung am 04, 07, 10, 13, 16, 18, 23, 27 Feb; 02 Mär 2018 Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017 Galakonzert Edita GruberovaVorstellung am 18 Feb 2018 Das Land des LächelnsVorstellung am 10, 16, 19, 22, 26, 29 Jun 2018 L'Heure espagnole / L'Enfant et les sortilègesVorstellung am 19, 21, 26, 28 Jan; 01 Feb 2018 Maria StuardaVorstellung am 08, 11, 14, 17, 20, 26, 29 Apr; 02, 05, 09, 12 Mai 2018 ParsifalVorstellung am 25 Feb; 03, 07, 11 Mär 2018 ToscaVorstellung am 21, 27, 29 Okt; 01, 04 Nov 2017 WertherVorstellung am 10, 13, 18, 21, 24, 29 Mai 2018 Die ZauberflöteVorstellung am 26, 29 Sep; 05, 10, 15 Okt 2017


Svetlana Aksenova, Cio-Cio-San

Svetlana Aksenova

Svetlana Aksenova stammt aus St. Petersburg. Schon während ihres Studiums machte sie in der Titelpartie von Iolanta auf sich aufmerksam. Sie war Ensemblemitglied am Theater Basel, wo sie ihr Repertoire stetig erweitern konnte und in Partien wie Desdemona (Otello), Lisa (Pique Dame), Rusalka, Cio-Cio-San (Madama Butterfly), Mimì (La bohème) und Blanche (Dialogues des Carmélites) zu erleben war. Internationale Erfolge feierte sie u.a. mit der Titelrolle in Puccinis Suor Angelica in Dortmund, als Lisa (Pique Dame) an der Oper Amsterdam und am Mariinski-Theater, mit der Titelpartie in Rusalka an der Pariser Oper sowie als Fevroniya (Rimski-Korsakows Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch) in Amsterdam und Barcelona. Für die Titelpartie in Madama Butterfly, die sie u.a. an der Deutschen Oper Berlin, den Opern in Oslo, Stockholm, Rom und an der Bayerischen Staatsoper München gesungen hat, wurde sie 2010 von der «Opernwelt» zur Nachwuchssängerin des Jahres gewählt. Zu ihrem Repertoire zählen überdies Amelia (Un ballo in maschera), Marguerite (Faust) und die Titelpartie in Cileas Adriana Lecouvreur. Im Konzert war sie u.a. mit Vivaldis Gloria, Pergolesis Stabat Mater und Missa Pastoralis, Beethovens C-Dur-Messe, Berlioz’ Messe Solennelle, Bizets Te Deum und mit weiteren Werken von Rossini, Schostakowitsch, Dvořák und Mahler zu hören. 2015 debütierte sie am Grand Théâtre de Genève mit Verdis Requiem. 2017 sang sie Desdemona in Hamburg. Zukünftige Engagements führen sie als Tosca nach Stuttgart und Oslo und als Tatjana (Eugen Onegin) nach Vancouver.

Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018


Judith Schmid, Suzuki

Judith Schmid

Judith Schmid begann ihre musikalische Laufbahn als Instrumentalistin mit Klavier und Querflöte. Nach dem abgeschlossenen Rhythmikstudium an der Hochschule der Künste Bern wandte sie sich ganz dem Gesang zu. Zahlreiche Wettbewerbspreise und Stipendien ermöglichten es ihr, sich an der Guildhall School of Music and Drama auf die Vervollkommnung ihrer Gesangsausbildung zu konzentrieren. Nach der Rückkehr in die Schweiz und ihrem Engagement am Opernhaus Zürich (1998/99), arbeitete sie mit Francine Beuret, Christa Ludwig und Heidi Wölnerhanssen an ihrer stimmlichen Weiterentwicklung. Am Opernhaus Zürich war sie u.a. als Smeton (Anna Bolena), Sesto (Giulio Cesare), Silla (Palestrina), Polina (Pique Dame), Federica (Luisa Miller), Maddalena (Rigoletto) und Bersi (Andrea Chénier) zu erleben. Im Konzert trat sie u. a. mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Münchner Rundfunkorchester und dem Tonhalle-Orchester Zürich unter Dirigenten wie Mariss Jansons, Nello Santi, Franz Welser-Möst, Carlo Rizzi und Adam Fischer auf. Opern und Konzert sind ihre Schwerpunkte, daneben nehmen Lied und Oratorium einen wichtigen Platz in ihrem Schaffen ein. Zahlreiche Radio- und Fernsehaufzeichnungen sowie DVD-Produktionen dokumentieren ihre Arbeit. 2007 erschien ihr Album Rosenblätter mit Werken von Grieg, Hefti und Ravel. Neben ihrer Tätigkeit am Opernhaus Zürich debütierte Judith Schmid 2016/17 am Staatstheater Nürnberg als Erda (Rheingold, Siegfried), Waltraute (Walküre) und Erste Norn/Flosshilde (Götterdämmerung). Seit 2017 ist sie Dozentin für Gesang an der Hochschule Luzern.

Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018 Luisa MillerVorstellung am 12, 15, 21, 24, 27, 29 Apr 2018 LuneaVorstellung am 04, 08, 13, 15, 18, 23, 25 Mär 2018 Die ZauberflöteVorstellung am 29 Sep; 05, 10, 15 Okt 2017


Saimir Pirgu, Benjamin Franklin Pinkerton

Saimir Pirgu

Saimir Pirgu wurde in Albanien geboren. Er studierte am Konservatorium «Claudio Monteverdi» in Bozen bei Vito Brunetti. Ausserdem wurde er von Luciano Pavarotti stimmlich betreut. Claudio Abbado holte den 22-Jährigen nach Ferrara als Ferrando (Così fan tutte) – 2004 debütierte er mit dieser Partie bei den Salzburger Festspielen. In der Folge ist er an allen bedeutenden Opernhäusern der Welt aufgetreten. Er hat u.a. mit Riccardo Muti, Lorin Maazel, Mariss Jansons, Seiji Ozawa, Antonio Pappano, Franz Welser-Möst, Fabio Luisi und Daniele Gatti zusammengearbeitet. Im Konzert war er u.a. im Concertgebouw Amsterdam mit den Wiener Philharmonikern, im Auditorium Santa Cecilia in Rom, an den Salzburger Festspielen und im Musikverein Wien zu hören. In den letzten Jahren sang er u.a. in Rigoletto am Royal Opera House Covent Garden, La traviata an der Met New York, am Royal Opera House, an der Berliner Staatsoper und der Deutschen Oper, Die Zauberflöte an der Mailänder Scala, La clemenza di Tito an der Pariser Oper, La bohème am Gran Teatre del Liceu, La Damnation de Faust am Bolschoi-Theater Moskau, L’elisir d’amore an der Deutschen Oper Berlin und der Wiener Staatsoper, Król Roger am Royal Opera House und in Sydney sowie Lucia di Lammermoor in Neapel. Am Opernhaus Zürich war er u.a. als Idomeneo, Don Ottavio (Don Giovanni), Fenton (Falstaff), Rinuccio (Gianni Schicchi) und zuletzt als Duca (Rigoletto) und Alfredo (La traviata) zu erleben.

Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018


Brian Mulligan, Sharpless

Brian Mulligan

Brian Mulligan, amerikanisch-irischer Bariton, steht regelmässig auf den grossen Opern- und Konzertbühnen in Amerika und Europa. Besonders aufgefallen ist er bisher als Richard Nixon (Nixon in China) an der San Francisco Opera, Enrico in David Aldens Produktion von Lucia di Lammermoor mit der Canadian Opera Company, der English National Opera und der Washington National Opera sowie Valentin (Faust) an der MET unter Yannick Nézet-Séguin und in San Francisco. Geboren in Endicot/New York, absolvierte Brian Mulligan sein Gesangsstudium an der Juilliard School in New York. Er gewann u.a. einen Richard Tucker Career Grant und den 1. Preis beim Internationalen Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb. Sein Operndebüt gab er bereits als Student 2003 an der Metropolitan Opera in Die Frau ohne Schatten. Seitdem haben ihn Engagements u.a. nach Los Angeles (Prometheus in Walter Braunfels’ Die Vögel mit James Conlon), an die Metropolitan Opera in New York (Fiorello in Il barbiere di Siviglia), an die New York City Opera, ans Saito Kinen Festival in Japan, ans Opera Theatre of Saint Louis, nach San Francisco, Houston, Los Angeles, Chicago sowie ans Aspen Music Festival geführt. Konzertant war er in Mahlers Achter Sinfonie mit dem Los Angeles Philharmonic unter Gustavo Dudamel zu hören. Zuletzt sang er u.a. Paolo Albiani (Simon Boccanegra) an der Met, Captain Balstrode (Peter Grimes) an der Wiener Staatsoper sowie Golaud (Pelléas et Mélisande) und Conte di Luna (Il trovatore) an der Oper Frankfurt. Am Opernhaus Zürich debütierte Brian Mulligan 2014 als Jeletzki (Pique Dame) und sang hier auch Valentin (Faust).

Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018


Martin Zysset, Goro

Martin Zysset

Martin Zysset ist in Solothurn geboren und aufgewachsen. Er liess sich im Fach Klarinette ausbilden und absolvierte gleichzeitig ein Gesangsstudium, das er mit Meisterklassen bei Ernst Haefliger und Edith Mathis abrundete. 1990/91 war er Mitglied des Internationalen Opernstudios und im gleichen Jahr Stipendiat des Migros-Genossenschaftsbundes sowie Preisträger des Pro Arte Lyrica-Wettbewerbs in Lausanne. Seit 1992 ist er ständiger Gast der Sommerspiele in Selzach. Am Opernhaus Zürich ist er seit 1991/92 engagiert. Hier konnte er sich ein breites Repertoire von buffonesken wie dramatischen Rollen erarbeiten, u.a. Pedrillo, Monostatos, Spoletta, Incredibile (Andrea Chénier), Jaquino, Kudrjasch (Katja Kabanowa), Cassio, Peppe, Alfred (Die Fledermaus), Spalanzani, Tamino, Tybalt, Dancaïro, Arturo, Knusperhexe, Brighella sowie die männliche Hauptrolle in Udo Zimmermanns Weisse Rose. Mit grossem Erfolg verkörperte er die Titelrolle Simplicius in der wiederentdeckten Operette von Johann Strauss, die auch auf CD und DVD veröffentlicht wurde. Gastspiele führten ihn durch ganz Europa, nach Shanghai sowie mit der Zauberflöte, Le nozze di Figaro, Fidelio und Tannhäuser (Walter) nach San Diego (USA). Für den Bayerischen Rundfunk hat er die Lehár-Operette Paganini aufgenommen. Am Opernhaus Zürich sang er zuletzt u.a. den Doktor in Drei Schwestern, Kunz Vogelsang in Die Meistersinger von Nürnberg, Tschekalinski in Pique Dame und Don Basilio in Le nozze di Figaro. In der Spielzeit 2016/17 stand er als Schmidt (Werther) und Licone (Orlando paladino) und 2017/18 als Triquet (Jewgeni Onegin) auf der Bühne.

Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018 Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017 La scala di setaVorstellung am 09, 11, 17, 24 Feb 2018 ToscaVorstellung am 21, 27, 29 Okt; 01, 04 Nov 2017 TurandotVorstellung am 19, 25, 31 Mai; 03 Jun 2018 WertherVorstellung am 10, 13, 18, 21, 24, 29 Mai 2018 Das Land des LächelnsVorstellung am 10, 16, 19, 22, 26, 29 Jun 2018


Huw Montague Rendall, Fürst Yamadori / Der Standesbeamte

Huw Montague Rendall

Huw Montague Rendall ist Engländer. Er studierte bei Russell Smythe am Royal College of Music in London. Mit der British Youth Opera sang er u.a. Figaro (Le nozze di Figaro), Archibald Grosvenor (in Sullivans Patience), Aeneas (Dido und Aeneas) und Dr. Falke (Die Fledermaus). An der Garsington Opera war er in Brittens Death in Venice zu erleben. 2016 sang er als «Jerwood Young Artist» den Fiorello (Il barbiere di Siviglia) beim Glyndebourne Festival sowie bei den BBC Proms und wurde dafür mit dem John Christie Award 2016 ausgezeichnet. Seit der Spielzeit 2016/17 ist er Mitglied des Internationalen Opernstudios und war hier u.a. als Ramiro in L’Heure espagnole sowie in Don Carlo, Lady Macbeth von Mzensk und Lohengrin zu hören. Im Sommer 2017 war er zudem als 2. Handwerksbursche (Wozzeck) unter Vladimir Jurowski bei den Salzburger Festspielen zu erleben. Als Mitglied des IOS wird er in der Spielzeit 2017/18 u.a. Nardo in Mozarts La finta giardiniera singen. Ausserdem wird er als Harlekin (Ariadne auf Naxos) beim Festival d’Aix-en-Provence debütieren und mit dem RTE National Symphony Orchestra mit Duruflé’s Requiem zu hören sein. Weitere Engagements sind am Théâtre des Champs-Élysées, an der Komischen Oper Berlin und an der Garsington Opera geplant.

Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018 La finta giardinieraVorstellung am 05, 08, 13, 16, 18 Mai 2018 SalomeVorstellung am 28 Sep; 01, 08, 15 Okt 2017 La Fille du régimentVorstellung am 16, 19, 22 Dez 2017


Ildo Song, Onkel Bonze

Ildo Song

Ildo Song, Bass, stammt aus Südkorea. Er absolvierte seine Gesangsausbildung an der Universität von Seoul und ist Preisträger zahlreicher südkoreanischer Wett-
bewerbe. In Europa wurde er 2014 mit dem 3. Preis beim Internationalen Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb in Düsseldorf ausgezeichnet. Zu seinem Repertoire gehören Partien wie Sarastro (Die Zauberflöte), Sparafucile (Rigoletto), die Titelpartie in Le nozze di Figaro und Don Alfonso (Così fan tutte), die er auf verschiedenen Bühnen in Seoul, darunter das Seoul Art Center, verkörperte. Von Herbst 2015 bis Sommer 2017 gehörte er zum Internationalen Opernstudio in Zürich und war hier u.a. in Il viaggio a Reims, La traviata, Orlando paladino, Don Carlo, Un ballo in maschera und L’Heure espagnole/L’Enfant et les sortilèges zu erleben. Seit der Spielzeit 2017/18 gehört er zum Ensemble des Opernhauses Zürich.

Il barbiere di SivigliaVorstellung am 01, 06, 11 Okt 2017 Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018 IdomeneoVorstellung am 04, 07, 10, 13, 16, 18, 23, 27 Feb; 02 Mär 2018 SalomeVorstellung am 28 Sep; 01, 08, 15 Okt 2017 ToscaVorstellung am 21, 27, 29 Okt; 01, 04 Nov 2017 La traviataVorstellung am 06, 08, 11, 13, 15 Jul 2018 TurandotVorstellung am 19, 25, 31 Mai; 03 Jun 2018 L'Heure espagnole / L'Enfant et les sortilègesVorstellung am 19, 21, 26, 28 Jan; 01 Feb 2018


Stanislav Vorobyov, Der kaiserliche Kommissar

Stanislav Vorobyov

Stanislav Vorobyov stammt aus Russland und studierte am Moskauer Konservatorium. Zu seinem Repertoire zählen Partien wie Colline und Benoît (La bohème), Spinelloccio (Gianni Schicchi), Galitsky (Prinz Igor) sowie Gremin und Zaretsky (Jewgeni Onegin). 2014 gewann er den ersten Preis bei der «Theatre Assemblies International Festival Competition» in Moskau sowie den Grand Prix beim Internationalen Wettbewerb «Open Europe – Open Planet» und 2015 den dritten Preis beim 7. Internationalen Wettbewerb für Operngesang «Sankt Petersburg». Seit der Saison 2016/17 ist er Mitglied des Internationalen Opernstudios und war bisher u. a. als Gualtiero Valton (I puritani), Araldo (Otello), Faust (Der feurige Engel) sowie in Lohengrin und Jewgeni Onegin zu hören.

Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018 Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017 WertherVorstellung am 10, 13, 18, 21, 24, 29 Mai 2018


Natalia Tanasii, Kate Pinkerton

Natalia Tanasii

Natalia Tanasii stammt aus Moldawien. Mit 21 Jahren gab sie ihr Debüt als Contessa (Le nozze di Figaro) an der Moldawischen Nationaloper in Chișinău, wohin sie seither u. a. als Nedda (I pagliacci), Tatjana (Eugen Onegin) und in der Titelrolle von Iolanta zurückkehrte. 2014 wurde sie Mitglied im Jungen Ensemble der Oper Oslo, wo sie Micaëla in
Calixto Bieitos Carmen sang, und trat im Southbank Centre London in Brittens War Requiem unter Marin Alsop auf. In der Spielzeit 2015/ 16 nahm Natalia Tanasii als Jerwood Young Artist am Glyndebourne Festival teil und war dort als Füchslein und Chocholka in Janáčeks Schlauem Füchslein zu erleben. 2016/17 sang sie in Calixto Bieitos War Requiem an der Oper Oslo und am Teatro Arriaga in Bilbao, gab ihr Debüt als Fiordiligi (Così fan tutte) und sang erneut Micaëla, beides in Oslo. In ihrer Heimat tritt sie regelmässig in Konzerten und Rezitalen auf und wurde mit einem National Award for Outstanding Achievement in Arts ausgezeichnet. Seit der Spielzeit 2017/18 gehört sie zum Internationalen Opernstudio in Zürich und singt hier u. a. Sklave (Salome), Undis/Wilddrude (Ronja Räubertochter) und Arminda (La finta giardiniera).

Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018 La finta giardinieraVorstellung am 05, 08, 13, 16, 18 Mai 2018 Ronja RäubertochterVorstellung am 18, 26, 30 Nov; 03, 08, 09, 12, 31 Dez 2017; 02, 14 Jan; 22, 25 Apr 2018 SalomeVorstellung am 28 Sep; 01, 08, 15 Okt 2017